
Roman Kost, Philipp Eller, Ralph
Burkart und Basil Böhni der
Studentenverbindung Semper Fidelis.
Möglich, dass sie von ihrer Freundschaft
auch später noch Profit haben werden:
Gute Beziehungen helfen auch heute
im Berufsleben.
Bild Peter Appius |
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 | Mütze
und Band, Fuxenstall und Burschensalon,
Studentenlieder aus dem so genannten
Cantusprügel und Bierduelle sind noch heute
typische Attribute für Studentenverbindungen. In
der Schweiz gibt es über 200 Mittelschul-,
Hochschul- und Fachhochschulverbindungen. Aber
nur gerade rund 3 Prozent der 120 000 Schweizer
Studenten tragen die Farben einer Verbindung.
Die meisten Sektionen sind einem der drei
Dachverbände angeschlossen. Dabei ist das
Spektrum von liberalen bis konservativen
Verbindungen sehr breit (vgl. Box).
Kontakte auch über Generationen
Bei allen Studentenverbindungen hat
der persönliche Austausch einen hohen
Stellenwert. Ralph Burkart, Senior der
Studentenverbindung Semper Fidelis Luzern
ist überzeugt: «Kaum irgendwo sonst
wird die Freundschaft so stark gepflegt
wie in einer Verbindung.» Dadurch entstehen
dichte Netzwerke an Beziehungen, die
über verschiedene Fakultäten hinweg
bis an andere Schulen, Unis und ins
Ausland reichen. An den Stämmen treffen
die Aktiven regelmässig auch auf ehemalige
Verbindungsmitglieder, die so genannten
Altherren. «Diese Kontakte zu den Altherren
sind etwas vom Faszinierendsten», erzählt
Urban Henzirohs, Aktuar der Hochschulverbindung
AKV Alemannia in Freiburg. Der Altersunterschied
stelle dabei keine Barriere dar. «Schliesslich
hat man durch die Verbindung eine gemeinsame
Basis. Und durch das Vulgo, das jeder
nach seiner Taufe erhält, ist man sofort
per Du», sagt Henzirohs.
Verbindung kann
Türöffner sein
Viele glauben, dass
Studentenverbindungen als ausgeprägte und
dauerhafte Netzwerke auch den späteren Karrieren
ihrer Mitglieder nützen, beispielsweise bei der
Suche nach einem Praktikumsplatz, einem
Ferienjob oder einer festen Stelle. Gerade auch
weil viele berühmte Persönlichkeiten aus
Politik, Wirtschaft und Kultur in Verbindungen
aktiv waren, werden sie immer wieder als
«Karrieresprungbretter» bezeichnet. Stefan Pfyl,
Zentralsekretär des Schweizerischen
Studentenvereins (StV), glaubt: «Die
Mitgliedschaft in einer Studentenverbindung kann
tatsächlich eine Türöffnerfunktion haben,
besonders wenn sich jemand aktiv engagiert hat
und dadurch gute Kontakte aufbauen konnte.» Über
solche Beziehungsnetze kommt man vor allem auf
informellem Weg an wertvolle Informationen.
Gerade auch für ehemalige Verbindungsstudenten,
die in der Privatwirtschaft tätig werden wollen,
können die «Connections» zu den Couleurbrüdern
sehr nützlich sein. Davon ist Remo Leibundgut,
Präsident des Altherrenverbandes der
Kantonal-Bernischen Männerhelvetia, überzeugt.
«Wer aber bei einer Bewerbung nur ungenügende
Qualifikationen ausweist und deshalb bloss auf
Verbindungsbeziehungen setzt, kommt heutzutage
nicht mehr weit», sagt er.
Ralph Burkart
sieht zudem in der Übernahme von Ämtern
innerhalb der Verbindung - so genannte Chargen -
eine wichtige Voraussetzung für den späteren
Berufseinstieg: «Hier lernt man schon früh,
Verantwortung zu tragen.»
Verbindung
hilft auch im Studium
Nicht nur für die Karriere, auch fürs
Studium und die Vorbereitung darauf
kann die Mitgliedschaft in einer Verbindung
Vorteile bringen. «In eine Studentenverbindung
tritt man in der Regel zwischen dem
18. und 24. Altersjahr ein», sagt Stefan
Pfyl. Schon während der Gymnasial- oder
Studienzeit kann man von den Altherren
viel über Berufswahl und Berufseinstieg
erfahren. «So kommt man zu Informationen
in sehr lebendiger Form», sagt Ralph
Burkart. Auch während des Studiums bietet
die Verbindung den Burschen und Fuxen
Erleichterungen: «Es kommt vor, dass
Altherren Repetitorien durchführen.
Oder man lässt verbindungsintern Skripte
zirkulieren», weiss Urban Henzirohs
aus eigener Erfahrung. Auch bei der
Wohnungssuche gibt es Hilfe: «Viele
WG-Zimmer werden unter der Hand an Verbindungsleute
weitervermittelt», so Stefan Pfyl.
Von
Rahel Probst
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