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JOB BEWERBUNG    25.08.2003 09:41

 

Kontakte können Türen öffnen
Das Verbindungsleben wird noch immer aktiv gepflegt. Dabei entstehen enge Beziehungen, die auch Vorteile für das Studium und die Karriere bringen können.

Roman Kost, Philipp Eller, Ralph Burkart und Basil Böhni der Studentenverbindung Semper Fidelis. Möglich, dass sie von ihrer Freundschaft auch später noch Profit haben werden: Gute Beziehungen helfen auch heute im Berufsleben.
Bild Peter Appius
Mütze und Band, Fuxenstall und Burschensalon, Studentenlieder aus dem so genannten Cantusprügel und Bierduelle sind noch heute typische Attribute für Studentenverbindungen. In der Schweiz gibt es über 200 Mittelschul-, Hochschul- und Fachhochschulverbindungen. Aber nur gerade rund 3 Prozent der 120 000 Schweizer Studenten tragen die Farben einer Verbindung. Die meisten Sektionen sind einem der drei Dachverbände angeschlossen. Dabei ist das Spektrum von liberalen bis konservativen Verbindungen sehr breit (vgl. Box).

Kontakte auch über Generationen

Bei allen Studentenverbindungen hat der persönliche Austausch einen hohen Stellenwert. Ralph Burkart, Senior der Studentenverbindung Semper Fidelis Luzern ist überzeugt: «Kaum irgendwo sonst wird die Freundschaft so stark gepflegt wie in einer Verbindung.» Dadurch entstehen dichte Netzwerke an Beziehungen, die über verschiedene Fakultäten hinweg bis an andere Schulen, Unis und ins Ausland reichen. An den Stämmen treffen die Aktiven regelmässig auch auf ehemalige Verbindungsmitglieder, die so genannten Altherren. «Diese Kontakte zu den Altherren sind etwas vom Faszinierendsten», erzählt Urban Henzirohs, Aktuar der Hochschulverbindung AKV Alemannia in Freiburg. Der Altersunterschied stelle dabei keine Barriere dar. «Schliesslich hat man durch die Verbindung eine gemeinsame Basis. Und durch das Vulgo, das jeder nach seiner Taufe erhält, ist man sofort per Du», sagt Henzirohs.

Verbindung kann Türöffner sein

Viele glauben, dass Studentenverbindungen als ausgeprägte und dauerhafte Netzwerke auch den späteren Karrieren ihrer Mitglieder nützen, beispielsweise bei der Suche nach einem Praktikumsplatz, einem Ferienjob oder einer festen Stelle. Gerade auch weil viele berühmte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur in Verbindungen aktiv waren, werden sie immer wieder als «Karrieresprungbretter» bezeichnet. Stefan Pfyl, Zentralsekretär des Schweizerischen Studentenvereins (StV), glaubt: «Die Mitgliedschaft in einer Studentenverbindung kann tatsächlich eine Türöffnerfunktion haben, besonders wenn sich jemand aktiv engagiert hat und dadurch gute Kontakte aufbauen konnte.» Über solche Beziehungsnetze kommt man vor allem auf informellem Weg an wertvolle Informationen. Gerade auch für ehemalige Verbindungsstudenten, die in der Privatwirtschaft tätig werden wollen, können die «Connections» zu den Couleurbrüdern sehr nützlich sein. Davon ist Remo Leibundgut, Präsident des Altherrenverbandes der Kantonal-Bernischen Männerhelvetia, überzeugt. «Wer aber bei einer Bewerbung nur ungenügende Qualifikationen ausweist und deshalb bloss auf Verbindungsbeziehungen setzt, kommt heutzutage nicht mehr weit», sagt er.

Ralph Burkart sieht zudem in der Übernahme von Ämtern innerhalb der Verbindung - so genannte Chargen - eine wichtige Voraussetzung für den späteren Berufseinstieg: «Hier lernt man schon früh, Verantwortung zu tragen.»

Verbindung hilft auch im Studium

Nicht nur für die Karriere, auch fürs Studium und die Vorbereitung darauf kann die Mitgliedschaft in einer Verbindung Vorteile bringen. «In eine Studentenverbindung tritt man in der Regel zwischen dem 18. und 24. Altersjahr ein», sagt Stefan Pfyl. Schon während der Gymnasial- oder Studienzeit kann man von den Altherren viel über Berufswahl und Berufseinstieg erfahren. «So kommt man zu Informationen in sehr lebendiger Form», sagt Ralph Burkart. Auch während des Studiums bietet die Verbindung den Burschen und Fuxen Erleichterungen: «Es kommt vor, dass Altherren Repetitorien durchführen. Oder man lässt verbindungsintern Skripte zirkulieren», weiss Urban Henzirohs aus eigener Erfahrung. Auch bei der Wohnungssuche gibt es Hilfe: «Viele WG-Zimmer werden unter der Hand an Verbindungsleute weitervermittelt», so Stefan Pfyl.

Von Rahel Probst


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